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Abitur 1958 an der RKS

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Mein ‚Schlüssel-Erlebnis’

oder: Die Ersten werden die Letzen sein ...

Moderne Handtaschen - aber auch die älteren Modelle - führen bekanntlich ein eigenes Innenleben. So auch die meine, die ich mir extra passend zum Mantel gekauft hatte - schließlich will man ja  bei solch einem wichtigen Ereignis gut gekleidet sein. Das vorab. Und da Ekkehard in seinem Protokoll schon alles so wunderbar beschrieben hat, dass man eigentlich nichts mehr hinzufügen, geschweige denn besser machen kann, denke ich, dass solch eine kleine Geschichte am Rande ja auch nicht schaden kann.

Nachdem der Abend in der Pix sich dem Ende zu neigte und ich nicht mehr ganz bei der Sache war, weil ich schon an die anstehende Horror-Rückfahrt nach München dachte, beschloss ich kurzerhand, mich auf ‚französisch’ zu verabschieden und mich heimlich aus dem Staub zu machen. Also: Ein Taxi musste her, um uns (auch Pelle war bereits in Aufbruchsstimmung) von der Pix in die Krone zu befördern. Ein solches Beförderungsmittel für nicht ganz Nüchterne war schnell an der Rezeption bestellt, und ab ging’s, nachdem wir dann doch noch mit großem Hallo Auf Wiedersehen gesagt hatten.

Eine schöne Fahrt war das, gewürzt von den netten Komplimenten des Taxifahrers, der uns aber auch in Sekundenschnelle seine Lebensphilosophie dargelegt  hatte. Pelle löhnte EURO 7,50 (in München hätte es das Doppelte gekostet), und schon waren wir am Hintereingang der ‚Krone’, in der bereits tiefe Nachtruhe eingekehrt war.

Pelles Handtasche sei gepriesen, gab sie doch sofort den Schlüssel für Eingangstür und Zimmer frei, während mein ‚Hip-Modell’ (O-Ton Pelle) erst einmal durchwühlt werden musste. Im ersten Stock angelangt, wo Pelle und ich gegenüberliegende Zimmer bewohnten, wurde die Wühlerei fortgesetzt, begleitet von Pelles kernigen Kommentaren und gemeinsamem Gelächter, denn schließlich hatten wir ja in der Pix nicht nur Wasser getrunken. Pelle riet, alles erst einmal auf der Treppe auszuleeren .... nichts! Im Augenwinkel erkannte ich, dass ein Rheno-Germane in Mütze und Band kopfschüttelnd an uns vorbeizog, und auch Dieter und Verena - soweit ich mich da richtig erinnere - wünschten uns im Vorbeigehen weiterhin viel Spaß und eine Gute Nacht. Uns war jedoch inzwischen klar geworden, dass es zumindest für mich unter den gegebenen Umständen keine allzu gute Nacht werden würde. Pelle hatte nun die geniale Idee, im Hof auf Siegerts zu warten, die mich freundlicherweise am Nachmittag auf ihrem Rücksitz mit in die Pix genommen hatten. Nur dort konnte sich das corpus delicti versteckt haben! (Wie ich später erfuhr, durchsuchte Herr Siegert liebenswerter Weise selbst jeden Spalt seines Wagens, aber auch hier war nichts zu finden.) Da mir die ganze Sache inzwischen auf den Magen geschlagen war, ‚verschwand’ ich während dessen erst einmal. Die Stille des aufgesuchten Ortes inspirierte mich, die Pix anzurufen (gelobt seien alle Handys!) und zu fragen, ob dort vielleicht ein Schlüssel gefunden sei. Und siehe da: Er lag an der Rezeption, von wo aus ich das Taxi gerufen und wo ich auch meine Rechnung  beglichen hatte. Ich kündigte sogleich unser Kommen an und bat den jungen Mann am anderen Ende der Leitung, doch bitte unbedingt auf uns zu warten.

Aber wie nun in die Pix kommen? Weder Pelle noch ich waren in der Lage (warum wohl?), Auto zu fahren. Doch dann hatte Gott sein Einsehen und schickte uns zwei rettende Engel in Gestalt von Ekkehard und Peter, die jetzt auch mit dem Wagen nach Hause kamen. Ekkehard war sofort bereit, die Reise noch einmal anzutreten und unter Lachen fuhr unser Viergespann noch einmal durch ‚Clausthal bei Nacht’ und den wunderschönen Harzer Wald in die Pix.

Ich werde Ekkehard für seine unendliche Geduld und Hilfe auf ewig dankbar sein und versprach ihm, sollte er einmal selbst in eine ähnliche Schieflage geraten, mich nach Anruf sofort nach Hamburg zu begeben und ihm nun meinerseits zu helfen. In spätestens 10 Stunden wäre ich da.

Und die Moral von der Geschicht? Nicht die Letzten werden die Ersten sein, sondern umgekehrt. Und als diese Ersten bzw. nun Letzten fielen wir dann endlich todmüde ins Bett - natürlich nicht, ohne die noch verbliebenen beiden Piccolos in meiner nun geöffneten Bleibe zu leeren. Mein letzter Gedanke war, nächstes Mal eine etwas übersichtlicher eingeteilte Handtasche mit Schlüsselfach zu kaufen und auf den modernen Schnickschnack zu verzichten. Und wie Ihr seht, bin ich auch am folgenden Tag wieder heile nach Hause gekommen.

München, den16. Juli 2008

Uta Müller

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Robert Koch, geboren in Clausthal
Robert Koch wurde am 11.12.1843
in Clausthal geboren und starb am
27.05.1910 in Baden-Baden
Das Clausthaler Wappen

Das Clausthaler Wappen