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Abitur 1958 an der RKS

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Goldenes Abitur 2008 in

 Clausthal-Zellerfeld

Donnerstag, 26.06.2008

Das SOK (Selbsternanntes Organisations-Komitee) hatte für18.00 Uhr zum Klönen ins Restaurant 'Glück Auf' geladen. Ortskundige hatten es einfach; aber auch die anderen hatten wenig Probleme, die Tagungsstätte zu finden, denn so gegen 6 p.m. bildete sich eine immer größer werdende Ansammlung von Grau- und Weißköpfen, durchsetzt mit wenigen blonden oder brünetten Haarschöpfen. Die schon vor 2 Jahren Dabei-Gewesenen hatten ein freudiges Wiedersehen, ansonsten ergab sich ein “du bist doch....” oder “und du bist ...?”. Es war alles ganz einfach, und noch vor dem Lokal begannen die ersten Erinnerungsgespräche und der Austausch über berufliche und familiäre Entwicklungen. Es war schon erstaunlich, dass sich nach immerhin 50 Jahren keinerlei Entfremdung oder gar Distanz entwickelt hatte.

Eine besondere Freude war, dass unser m-Klassenlehrer Oberstudiendirektor a.D. Kurt Siegert und auch seine Gattin mit von der Partie war  und auch an allen anderen Veranstaltungen teilnahm. Bei Speis und Trank ging das fröhliche Gerede weiter und wurde nur auf angenehme Weise unterbrochen durch Uta Müllers hervorragend aufbereitete Präsentation auf großer Leinwand mit Klassenbildern aus den Anfängen der Schulzeit bis zum Abi, Fotos von Klassenreisen, Lehren, Schülern und Schulgebäude.

Jürgen Schneider überreichte jedem von uns sein Heft 'Ein Stück Stacheldraht' mit Reden und Grußworten, die er in den Jahren vor und nach der Wende gehalten hat. Ganz besondere Freude rief hervor ein Zinnrelief unseres alten Schulgebäudes in der Erzstraße, das Jürgen für alle gießen ließ. 

'EFFODIMUS TERRA NON ABSQUE LABORE METALLA

EXCOLE TU MENTES HOC OPUS HIC LABOR EST'

In bester Stimmung ging ein schöner Abend zu Ende. Dass einige sich anschließend dann noch in Uwes 'Container' trafen, sei nur am Rande vermerkt.

Freitag, 27.06.2008

Dieser Haupttag war voll gespickt mit Programmpunkten. Es begann mit einem Fototermin vor dem alten Schulgebäude an der Erzstraße. Zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass der schöne Haupteingang dank diverser Umbauten verschwunden war. So nahmen wir auf der Treppe von der Poststraße zum Schulhof Aufstellung. Das Wetter machte den Fotografen einige Probleme, denn die Feuchtigkeit von oben (eben typisch für den Harz) wurde nur sekundenweise von Sonnenstrahlen unterbrochen. 

In Eilmärschen (die Erinnerung an Caesars 'bellum gallicum' sei gepriesen) ging’s zur neuen RKS, wo uns Oberstudiendirektor Bontjes herzlich begrüßte. Er zeigte uns mehrere Räume, Sammlungen, Bibliothek und PC-Anlagen, besonders die Cafeteria und erläuterte deren geplanten Umbau sowie den extra für eine behinderte Schülerin eingebauten Fahrstuhl. Man sprach über finanzielle Schwierigkeiten, aber auch über Unterstützung durch den Schulförderverein und Sponsoren. Das positive Klima der Schule und das meist sehr vertrauensvolle Verhältnis Lehrer-Schüler hat sich von damals auf heute übertragen, wenn auch in veränderter Form, denn Jugendliche ticken heute anders als wir zu unserer Zeit. Leider hatte eine Kommission die Schule nicht so gut bewertet, wie sie es eigentlich verdient hätte, aber die technische Ausstattung - insbesondere mit modernen Kommunikationsmitteln - wurde nicht für optimal befunden. Schwierigkeiten, das zu ändern, macht hier hauptsächlich die bauliche Konzeption (auch billige nicht hoch qualitative Wasserrohre machen zunehmend Probleme und verstärken den Kostendruck). Die Einschätzung von Herrn Bontjes, es liege an der damaligen 'notdürftigen' Planung und Realisierung, konnten wir nicht teilen, denn das ist u.E. Sache der Architekten und Fachleute. Wir hatten den Eindruck von diesem neuen Schulgebäude gewonnen, dass die Räume sehr niedrig und vor allem viel zu dunkel für junge Menschen sind. Das war im alten RKS-Schulhaus doch ein wenig anders gewesen.

Um 12.00 Uhr wurden wir im Rathaus empfangen. Die Bergstadt und Samtgemeindebürgermeister Walter Lampe ließen sich nicht lumpen: Es gab Sekt und als Erinnerungsgeschenk einen kleinen Zinnbecher mit Wappen von Land und Stadt sowie Bergmannsgezähe. Herr Lampe - ein ehemaliger Deutscher Meister und Olympiateilnehmer im Skispringen - berichtete von den finanziellen Problemen der Samtgemeinde, neuen Gewerbeansiedlungen, von der Lösung des Problems Pfauenteichsiedlung und besonders über die Zerrissenheit der Region Harz in zwei Bundesländer, diverse Landkreise und sonstige Interessengruppen. Das führt nicht unerheblich zu Schwierigkeiten einer erfolgreichen Vermarktungsstrategie. Nur ein verstärkter Tourismus kann den Harz in eine bessere Zukunft geleiten. Erfreulich war zu erfahren, dass das Oberharzer Wasserregal mit seinen vielen Teichen, Gräben und Stollen nun endlich die Chance bekommt, Weltkulturerbe zu werden. Begleitet wurde der Empfang mit einer sehr guten Diashow von Clausthal-Zellerfeld und Umgebung.

Danach ergab sich die Gelegenheit, den Neubau des marode gewordenen Kirchturms der Marktkirche zu besichtigen. Aus Sparsamkeitsgründen hatte man die neue Bleidacheindeckung halb so dünn wie früher ausgeführt, was zu Leckagen und anschließender Verrottung des Gebälks führte. Es wird sich wohl kaum noch einmal die Möglichkeit bieten, eine solch geniale Balkenkonstruktion im Original zu erleben, denn schon in Kürze wird die Holzverschalung wieder angebracht sein.

Am späteren Nachmittag folgte die Mehrheit der Einladung zur feierlichen Entlassung der RKS-Abiturienten 2008. Die Veranstaltung wurde eröffnet und abgeschlossen vom glänzend aufgelegten Schulchor. Es war erfreulich für uns festzustellen, dass die von Toni Schauer so erfolgreich gelegte Tradition heute noch fortgesetzt wird. Nach der Begrüßung durch Herrn Bontjes

 

hielt unser Jürgen Schneider die Festrede.

Er wies darin besonders auf die vielen Freiheiten hin, die in unserem Land eine selbstverständliche Gegebenheit sind, die es aber zu schätzen und für die Zukunft zu bewahren gilt. Danach überraschte ein Schülerpaar mit einer grandiosen Darbietung als Vibraphon-Duo sowie mit einem Stück für Xylophon und Buschtrommel. Der lang anhaltende Beifall war mehr als verdient. Die dann folgende Verleihung der Abiturzeugnisse gestaltete sich etwas anders zu als zu unserer Zeit. Es ging wesentlich lockerer zu als früher, was sich nicht nur in der Kleidung zeigte - neben Anzug mit oder ohne Krawatte trug man auch Legeres wie beispielsweise Jeans -; auch sonst fehlte jegliche steife Förmlichkeit. Es zeigte sich aber auch, wie sehr die leitenden Lehrer der drei Mentorengruppen von ihren Schülern geliebt wurden. Inwieweit die Schule gewachsen ist, wird schon in der Zahl der diesjährigen der Abiturienten sichtbar: Es waren einundfünfzig.

Zu unserer großen Überraschung wurden anschließend wir Alten namentlich nach vorne aufgerufen und erhielten eine Urkunde zum Goldenen Abitur. Mit so etwas hatte keiner von uns gerechnet. Und danach folgten Reden, Reden, Reden: Vom Vertreter des Schulträgers, vom Förderverein, vom Elternbeirat, von einem Abiturienten etc. Vor dem Schlusschor wurden noch einige Abiturienten für ihr soziales Engagement und ihre herausragende Leistungen ausgezeichnet, und das immerhin u.a. von der Deutschen Mathematischen Gesellschaft und dem Verband der Deutschen Chemiker. In fünfzig Jahren hat sich vieles geändert auch im Schulbetrieb, aber es ist auch beglückend festzustellen, dass vieles noch so ist wie früher. Vermisst hat der eine oder andere eigentlich nur das Lied 'Heut’ noch sind wir hier zu Haus'. Diese Tradition aber hat ein Ende gefunden.

Höhepunkt des Jubiläumstreffens war der Festabend im Hotel 'Goldene Krone'. Nicht nur Oberstudiendirektor a.D. Kurt Siegert, sondern auch Studiendirektor a.D. Albrecht Gerlach und beider Gattinnen waren unsere Ehrengäste. Auch Oberstudiendirektor Bontjes war unserer Einladung gefolgt. Neben der geistigen Flexibilität zollten wir der körperlichen Fitness und Beweglichkeit des 91-jährigen Herrn Gerlach höchsten Respekt und Bewunderung.

Die Küche des Hauses hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, und so waren alle aufs Höchste zufrieden. Selbst der Suppe mit dem 'Häuptchen' (wieso wurde eigentlich Korrektur gelesen?) wurde mehrfach zugesprochen.

Uta und Jürgen hielten launige Reden, die mit vielen spontanen Einschüben gewürzt waren und so mit viel Beifall bedacht wurden.

Horst Müller (Sandfloh) ließ anhand seiner eigenen Entwicklung anklingen, warum wohl alle nach dem Abi den Harz verlassen hatten. Größere Vielfalt und Chancen sind in anderen Regionen einfach besser gegeben.

Der Tisch mit unzähligen Fotos, Alben und Erinnerungsstücken aus der Schulzeit fand reges Interesse.

Ein besonderer Knüller war der Film von der gemeinsamen Klassenreise der 10m/10s nach Hamburg, Cuxhaven und Bremen, den Referendar Strohmeier seinerzeit gedreht hatte. Viele Erinnerungen wurden da wieder wach, nicht nur Wilhelms Paternosterdesaster im Chilehaus.

Mit einem kleinen Präsent dankte die Gesamtheit unter tosendem Beifall Uta und Jürgen für die ungeheure Mühe und den unglaublichen Zeitaufwand bei der Planung und Realisierung dieses so fantastischen Treffens. Wir alle stehen da ewig in ihrer Schuld.

Zu seiner großen Überraschung wurde kurz nach Mitternacht noch dem Chronisten ein Geburtstagsständchen und eine antike Grubenlampe dargebracht, wofür er sich an dieser Stelle nochmals herzlich bedankt.

Nur schwer konnte man sich trennen, denn die Gespräche vom Vorabend fanden ihre Fortsetzung. Hätte nicht die Bedienung zum Zapfenstreich geblasen, wäre es wohl noch unendlich weitergegangen.

Samstag, 28.06.2008

Um 9.30 Uhr bildeten sich auf dem Parkplatz der 'Krone' Fahrgemeinschaften (wozu sollte man denn auch einen Bus ordern) zur Fahrt nach Goslar. Erstes Ziel war die Kaiserpfalz, die unter den preußischen Königen und Kaisern restauriert und deren großer Saal mit heroisierenden Wandgemälden deutscher Kaiser und Könige ausgestattet wurde.

Über den Wert solcher Bilder - in der ursprünglichen Pfalz gab es so etwas nicht - lässt sich sicher streiten; die Führerin aber nutzte die Erläuterung der Gemälde zu einem gelungenen Streifzug durch die deutsche Geschichte. Die Ulrichskapelle in ihrer Originalfassung mit der Grabstätte des Herzens von Heinrich III. ist besonders eindrucksvoll und lädt zur Besinnung ein.

Durch die Fenster von Saal und Gängen hat man einen grandiosen Blick auf die alte Kaiser- und Reichsstadt mit ihren vielen Türmen und Toren.  

Auf zum nächsten Ziel: Weltkulturerbe Rammelsberg. Leider wurde das Wetter wieder schlechter und der typische Harzer Nieselregen setzte ein. Die Besichtigung von Waschkaue war der Anfang; mit gelben Helm bewaffnet folgte eine Fahrt mit der noch gut funktionierenden Grubenbahn - eng und niedrig -: für die meisten eine neue Erfahrung, denn nur wenige hatten so etwas schon mal mitgemacht.

Vor Ort wurden uns die verschiedenen Abbaumethoden im Erzbergbau demonstriert. Weil es sich hier nicht um eine museale Ausstellung, sondern um Originalschauplätze handelt, die noch bis in die fünfziger Jahre in Betrieb waren, war die Führung besonders interessant.

Der anschließende Mittagsimbiss sollte eigentlich in der 'Kaiserworth' - dem ehemaligen Zunfthaus der Gewandschneider - stattfinden; aber wohl wegen des bevorstehenden Schützenumzuges waren hier nicht genügend Stühle unbesetzt. So nahmen wir nebenan im 'Historischen Café am Markt' Platz und stärkten uns mit Kuchen, Eis, Strammem Max oder Harzer Schmorwurst. In Sekundenschnelle wechselten Sonne und blauer Himmel mit grauen Wolken und Regentropfen. Der guten Stimmung in frischer Luft tat das Wetter jedoch keinerlei Abbruch.

Am Nachmittag sah sich ein Teil der Truppe noch in Goslar um und genoss den Schützenumzug; andere gingen in Clausthal-Zellerfeld spazieren und wunderten sich über die zahllosen Neubauten, die in den vergangenen fünfzig Jahren entstanden sind.

Der Ausklang zum Abend in der Pix weckte Erinnerungen an viele hier gefeierte Klassenfeste und jugendliche Rendez-Vous. Das Essen war wieder ausgezeichnet. Das Wetter wurde gut, der Regen hatte aufgehört, und es entwickelte sich ein für den Harz seltener milder Sommerabend. Daher nutzten wir die Gelegenheit und setzten uns nach draußen. Bei Bier und Wein riss der Gesprächsfaden niemals ab; alle waren sich einig, dass es ein großartiges und unvergessliches Treffen war und geradezu nach Wiederholung - wenn auch in bescheidenerem Rahmen - schrie. Ein erneuter Dank galt dem SOK. Mit einem beglückten aber auch ein wenig wehmütigem Herzen (weil es schon zu Ende war) ging man auseinander in der Hoffnung auf ein recht baldiges Wiedersehen.  

 

Hamburg, den14. Juli 2008

Ekkehard Gisevius

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Robert Koch, geboren in Clausthal
Robert Koch wurde am 11.12.1843
in Clausthal geboren und starb am
27.05.1910 in Baden-Baden
Das Clausthaler Wappen

Das Clausthaler Wappen