EFFODIMUS  TERRA  NON  ABSQUE  LABORE  METALLA

Abitur 1958 an der RKS

EXCOLE  TU  MENTES  HOC  OPUS  HIC  LABOR  EST

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Gedanken zum Lehrerdasein

Nach beendeter langer Lehrtätigkeit an Universität, in der Erwachsenenbildung und diversen Schulen hier in England denke ich oft an die eigene Schulzeit und frage mich, was meine Schüler von mir wohl in Erinnerung behalten.

Aus den frühen Jahren an der RKS bleiben besonders drei Lehrer/-innen in meiner Erinnerung:

Fräulein Änne Kreutzer:

Fräulein Kreutzer

Sie war unsere erste Klassenlehrerin und führte uns mit Geschick in die Grundlagen meiner hiesigen Sprache, Englisch, ein. Sie war - wie alle England-Liebhaberinnen - fair und ladylike.

Wir spielten "buzz" beim Zahlenüben. Wir lernten "mouse - mice" und  "go - went - gone" und "through - though - tough", Beispiele, die ich in meinem eigenen Deutsch-Unterricht hier immer wieder anführte als Gegenargument zu den Komplikationen der deutschen Sprache.

Bei Fräulein Kreutzer lernte ich, wie man Sprachen lernt und dass es Spaß machen kann. Des Lateins wegen bin ich dann im naturwissenschaftlichen Zweig gelandet.

Fräulein Ella Waldhausen:

Fräulein Waldhausen

1955 trat Fräulein Waldhausen in den Ruhestand. Ich nahm Abschied von ihr mit gemischten Gefühlen. Sie hatte uns in Biologie und auch Mathematik unterrichtet, mit Strenge und Gerechtigkeit. Etwas Angst hatte ich immer vor ihr, aber nach nun immerhin fast 30 Jahren eigener Lehrtätigkeit sehe ich das nicht negativ.

In Mathematik habe ich u.a. den Begriff  "mathematisch unterbelichtet" von ihr gelernt, zu meinem Glück nicht auf mich angewandt. Zumindest musste ich meine Eltern, beide sehr gute Fotografen, um eine Erklärung des "unterbelichtet" bitten (in Physik waren wir noch nicht zur Optik vorgedrungen). Das habe ich - auch bis in die Zeiten der Digitalkameras - nicht vergessen.

Fräulein Waldhausen ist mir noch immer ganz klar vor Augen, mit ihrer oft gerunzelten Stirn, dem strengen Ausdruck und dem sehr seltenen Lächeln, wenn sie einen unserer Streiche eben doch mehr komisch als ungezogen fand. Die "Angst" vor ihr war wohl doch mehr Respekt vor der Autorität, die sie umgab.

Herr Dr. Jander:

Dr. Jander

"Papa" Jander habe ich geliebt. Als wir mit Latein anfingen, hatte ich einen Sehnenriss im Fuß und wurde ca 6 Wochen lang von netten Schulkameraden auf einem alten Holz-Handwagen von Buntenbock nach Clausthal befördert (man stelle sich dieses Transportmittel für heutige Kinder - und Eltern - vor!).

Vom ersten Tag an behandelte mich Papa Jander wegen dieser Verletzung mit Nachsicht und Fürsorge. Wir lernten "amo, amas, amat " … und wurden mit Bedacht in die lateinische Grammatik eingeführt.

Nie wieder hat mir Latein so viel Spaß gemacht wie bei ihm. Und als ich viele Jahre später beim mündlichen Abitur wegen eines wirklich dummen Fehlers "rausflog", dachte ich weniger an die Endzensur als an meinen geliebten Papa Jander.

Diesen und vielen anderen meiner Lehrer und Lehrerinnen ein Dankeschön!

Johanna (Hannele) Rogers, seit über 40 Jahren in England
22. Juni 2006

 

Robert Koch, geboren in Clausthal
Robert Koch wurde am 11.12.1843
in Clausthal geboren und starb am
27.05.1910 in Baden-Baden
Das Clausthaler Wappen

Das Clausthaler Wappen