EFFODIMUS  TERRA  NON  ABSQUE  LABORE  METALLA

Abitur 1958 an der RKS

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Vortreffen des Abi-Jahrgangs 1958 der RKS

22. bis 24. September 2006 in Clausthal-Zellerfeld

Der Harz präsentierte sich im Kaiserwetter, als sich am Freitag 22. September 2006 so gegen 18.00 Uhr die Freitreppe des Hotels “Zur goldenen Krone” langsam füllte. Nur wenige wurden recht schnell erkannt - wie beispielsweise Jürgen Schneider, Eva Kotowski und Ingrid Schneider (Selle). Die meisten jedoch blieben zunächst unerkannt, und so begann ein heiteres Raten, was jedoch meist ohne richtiges Ergebnis blieb; letztlich kam es doch fast immer zu einer Vorstellung.

Immerhin erweckte das Treffen auch Interesse über den internen Rahmen hinaus, denn es war sogar die Goslarsche Zeitung anwesend, die uns das folgende Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Auf der Freitreppe der Goldenen Krone

Freitag, den 22. September 2006: Auf der Freitreppe der Goldenen Krone

Bei guter Harzer Küche, Bier und Wein wurde es ein netter und lustiger Abend mit ständigem Platzwechsel und vielen Gesprächen. Die meisten von uns hatten sich ja 48 Jahre oder sogar noch länger nicht mehr gesehen, und daher war die Neugier und das Interesse an gegenseitiger Information über Familie und beruflichen Werdegang entsprechend groß. Bis nach Mitternacht hielten die letzten aus. (Wenn nicht für den nächsten Tag eine Tour in den Ostharz vorgesehen wäre, hätte es sicherlich noch länger gedauert.)

Am Samstag traf man sich um 9.30 Uhr auf dem Kronenplatz, der gegenüber früher nur noch eine baum- und grünlose gepflasterte kahle Fläche ist. In einigen wenigen Autos - schließlich sollte die Kommunikation weitergehen - fuhren wir via Dammhaus, Stieglitzeck, Sonnenberg, Oderteich, Braunlage, Elend nach Schierke. Trotz der noch verhältnismäßig frühen Stunde waren die Parkplätze gerammelt voll, und es machte schon etwas Mühe, noch ein freies Plätzchen zu ergattern. Kein Wunder, denn das Wetter war wiederum prächtig und hochsommerlich warm.

Am Schierker Bahnhof der Brockenbahn drängte sich eine riesige Menschenmenge, nicht nur wir wollten bei dem Sonnenschein auf die höchste Erhebung des Harzes, von der unser Deutschlehrer Dr. Lothar Meyer behauptete, es sei der berühmteste Berg der Weltliteratur. Als der Zug einlief, lachte Eisenbahnfreaks das Herz, denn die herrlichen historischen Wagen wurden von einer legendären Dampflok der Baureihe 99 gezogen, Baujahr 1897 und 64 Tonnen schwer.

Dampflok der Baureihe 99, Baujahr 1897, 64 Tonnen schwer

  Dampflok der Baureihe 99, Baujahr 1897, 64 Tonnen schwer

Der Zug, aus Wernigerode kommend, war bereits brechend voll, aber wie eine Wunder kamen dennoch alle Wartenden mit, denn man rückte eng auf Tuchfühlung zusammen und nutzte auch die Perrons. Ein wenig erinnerte es an die übervollen Züge aus der Zeit 1945/46. Durch herrlichen Wald - gespickt mit großen Granitbrocken - schraubte sich der Zug langsam und schnaufend nach oben. Durch den ständigen Richtungswechsel ergaben sich immer neue Ausblicke auf Wurmberg, Achtermann, Torfhaus und Schierke.

Endlich oben angekommen betraten wir den Ort vieler Jugendträume, der uns für so viele Jahre versperrt war. Für einige von uns war es übrigens das erste Mal, auf dem Brocken zu sein. Der erste Gang führte uns zum höchsten Punkt, der Brockenuhr. Später trennte man sich, einige umrundeten den Gipfel und genossen die herrliche Aussicht, andere kehrten in die Hexenklause ein und stillten ihren Durst.

Auf dem Brocken

Auf dem Brocken: Vortreffen wird zum Gipfeltreffen

Gegen 14.00 Uhr verließen wir wieder den Berg. Den aufkommenden Abschiedsschmerz versüßte Jürgen mit einer Runde “19-Lachter-Tropfen”. In Braunlage kehrten wir ein zum Vesper mit Schinken- bzw. Mettwurstbrot. Das strahlende Hochsommerwetter ließ die Rückfahrt nach Clausthal zu einem weiteren schönen Erlebnis werden.

Abfahrt zurück nach Schierke

Abfahrt zurück nach Schierke

Am Abend ging es dann in die Pixhaier Mühle bei Buntenbock. Dass sich dort auch die Abiturienten 1959 trafen, wussten wir; zu unserer Überraschung war dort aber auch ein Treffen der Clausthaler Real-/ Mittelchule, Leute unseres Jahrgangs. Da sich ein paar von denen und uns noch aus der Grundschule kannten, ergaben sich weitere nette Gespräche mit Erinnerungen aus vergangener Zeit.

Mit besonderem Hallo begrüßten wir nun endlich Manfred Sroka, der sich aus Kanada zu uns auf den Weg gemacht hatte. Eigentlich hatten wir ihn schon gestern erwartet, aber ein abgelaufener Pass führte zu der unvorhergesehenen Verzögerung. Manfred lebt schon seit über 50 Jahren in Kanada; er spricht zu unserer Überraschung ein völlig akzentfreies Deutsch; bei den meisten Auswanderern ist ein angelsächsischer Slang unüberhörbar.

Von den 59ern wurden unsere früheren Mitstreiter Renate Willecke, Klaus Hönnekes, Erich Köhler, Winfried Machens und Fritz Pieper besonders herzlich begrüßt. Und so ergab sich denn ein weiterer intensiver Gedankenaustausch. Die neuen Wirtsleute der Pix überraschten mit ausgezeichnetem Essen und sehr freundlichem und aufmerksamem Service. Es wurde ein langer und fröhlicher Abend.

Am Sonntag wollten wir uns um 10.00 Uhr zum Gottesdienst in der Stabholzkirche in Hahnenklee treffen.

Die Stabholzkirche in Hahnenklee

Die Stabholzkirche in Hahnenklee

Das Schicksal aber wollte es anders. Entgegen dem sonst Üblichen beginnt hier der Kirchgang eine halbe Stunde früher, nämlich um 9.30. So gingen wir denn durch den Ort und den Kurpark, umrundeten den Kranichteich und betrachteten den Platz mit den Tafeln der Paul-Lincke-Preisträger. Später besichtigten wir aber noch die Stabkirche von außen und innen.

Plausch unter alten Freunden

Plausch unter alten Freunden

Meinhard und Manfred starteten eine Expedition, um noch Astrid Groll (Ralf) aufzuspüren, was aber ohne Erfolg blieb.

Ein “Sit-In” mit Kuchen, Eiskaffee und Cappuccino beendete das Zusammensein. Man machte sich auf den Heimweg oder startete einen angehängten Kurzurlaub im Harz.

Alle waren sich einig: Es war ein wunderbares Treffen voller Freude und bester Harmonie. Es schreit förmlich nach baldiger Wiederholung.

Hamburg, den 2. Oktober 2006

Ekkehard Gisevius

 

Robert Koch, geboren in Clausthal
Robert Koch wurde am 11.12.1843
in Clausthal geboren und starb am
27.05.1910 in Baden-Baden
 Das Wappen von Clausthal

Das Clausthaler Wappen