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Der
Harz präsentierte sich im Kaiserwetter, als sich am Freitag 22.
September 2006 so gegen 18.00 Uhr die Freitreppe des Hotels
“Zur goldenen Krone” langsam füllte. Nur wenige wurden recht
schnell erkannt - wie beispielsweise Jürgen Schneider, Eva
Kotowski und Ingrid Schneider (Selle). Die meisten jedoch blieben
zunächst unerkannt, und so begann ein heiteres Raten, was jedoch
meist ohne richtiges Ergebnis blieb; letztlich kam es doch fast
immer zu einer Vorstellung.
Immerhin
erweckte das Treffen auch Interesse über den internen Rahmen
hinaus, denn es war sogar die Goslarsche Zeitung anwesend, die uns
das folgende Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Freitag,
den 22. September 2006: Auf der Freitreppe der Goldenen Krone
Bei
guter Harzer Küche, Bier und Wein wurde es ein netter und
lustiger Abend mit ständigem Platzwechsel und vielen Gesprächen.
Die meisten von uns hatten sich ja 48 Jahre oder sogar noch
länger nicht mehr gesehen, und daher war die Neugier und das
Interesse an gegenseitiger Information über Familie und
beruflichen Werdegang entsprechend groß. Bis nach Mitternacht
hielten die letzten aus. (Wenn nicht für den nächsten Tag eine
Tour in den Ostharz vorgesehen wäre, hätte es sicherlich noch
länger gedauert.)
Am
Samstag traf man sich um 9.30 Uhr auf dem Kronenplatz, der
gegenüber früher nur noch eine baum- und grünlose gepflasterte
kahle Fläche ist. In einigen wenigen Autos - schließlich sollte
die Kommunikation weitergehen - fuhren wir via Dammhaus,
Stieglitzeck, Sonnenberg, Oderteich, Braunlage, Elend nach
Schierke. Trotz der noch verhältnismäßig frühen Stunde waren
die Parkplätze gerammelt voll, und es machte schon etwas Mühe,
noch ein freies Plätzchen zu ergattern. Kein Wunder, denn das
Wetter war wiederum prächtig und hochsommerlich warm.
Am
Schierker Bahnhof der Brockenbahn drängte sich eine riesige
Menschenmenge, nicht nur wir wollten bei dem Sonnenschein auf die
höchste Erhebung des Harzes, von der unser Deutschlehrer Dr.
Lothar Meyer behauptete, es sei der berühmteste Berg der
Weltliteratur. Als der Zug einlief, lachte Eisenbahnfreaks das
Herz, denn die herrlichen historischen Wagen wurden von einer
legendären Dampflok der Baureihe 99 gezogen, Baujahr 1897 und 64
Tonnen schwer.

Dampflok der Baureihe 99,
Baujahr 1897, 64
Tonnen schwer
Der Zug, aus Wernigerode kommend, war bereits
brechend voll, aber wie eine Wunder kamen dennoch alle Wartenden
mit, denn man rückte eng auf Tuchfühlung zusammen und nutzte
auch die Perrons. Ein wenig erinnerte es an die übervollen Züge
aus der Zeit 1945/46. Durch herrlichen Wald - gespickt mit großen
Granitbrocken - schraubte sich der Zug langsam und schnaufend nach
oben. Durch den ständigen Richtungswechsel ergaben sich immer
neue Ausblicke auf Wurmberg, Achtermann, Torfhaus und Schierke.
Endlich
oben angekommen betraten wir den Ort vieler Jugendträume, der uns
für so viele Jahre versperrt war. Für einige von uns war es
übrigens das erste Mal, auf dem Brocken zu sein. Der erste Gang
führte uns zum höchsten Punkt, der Brockenuhr. Später trennte
man sich, einige umrundeten den Gipfel und genossen die herrliche
Aussicht, andere kehrten in die Hexenklause ein und stillten ihren
Durst.

Auf
dem Brocken: Vortreffen wird zum Gipfeltreffen
Gegen
14.00 Uhr verließen wir wieder den Berg. Den aufkommenden
Abschiedsschmerz versüßte Jürgen mit einer Runde “19-Lachter-Tropfen”.
In Braunlage kehrten wir ein zum Vesper mit Schinken- bzw.
Mettwurstbrot. Das strahlende Hochsommerwetter ließ die
Rückfahrt nach Clausthal zu einem weiteren schönen Erlebnis
werden.

Abfahrt
zurück nach Schierke
Am
Abend ging es dann in die Pixhaier Mühle bei Buntenbock. Dass
sich dort auch die Abiturienten 1959 trafen, wussten wir; zu
unserer Überraschung war dort aber auch ein Treffen der
Clausthaler Real-/ Mittelchule, Leute unseres Jahrgangs. Da sich
ein paar von denen und uns noch aus der Grundschule kannten,
ergaben sich weitere nette Gespräche mit Erinnerungen aus
vergangener Zeit.
Mit
besonderem Hallo begrüßten wir nun endlich Manfred Sroka, der
sich aus Kanada zu uns auf den Weg gemacht hatte. Eigentlich
hatten wir ihn schon gestern erwartet, aber ein abgelaufener Pass
führte zu der unvorhergesehenen Verzögerung. Manfred lebt schon
seit über 50 Jahren in Kanada; er spricht zu unserer
Überraschung ein völlig akzentfreies Deutsch; bei den meisten
Auswanderern ist ein angelsächsischer Slang unüberhörbar.
Von
den 59ern wurden unsere früheren Mitstreiter Renate Willecke,
Klaus Hönnekes, Erich Köhler, Winfried Machens und Fritz Pieper
besonders herzlich begrüßt. Und so ergab sich denn ein weiterer
intensiver Gedankenaustausch. Die neuen Wirtsleute der Pix
überraschten mit ausgezeichnetem Essen und sehr freundlichem und
aufmerksamem Service. Es wurde ein langer und fröhlicher Abend.
Am
Sonntag wollten wir uns um 10.00 Uhr zum Gottesdienst in der
Stabholzkirche in Hahnenklee treffen.

Die
Stabholzkirche in Hahnenklee
Das Schicksal aber wollte es
anders. Entgegen dem sonst Üblichen beginnt hier der Kirchgang
eine halbe Stunde früher, nämlich um 9.30. So gingen wir denn
durch den Ort und den Kurpark, umrundeten den Kranichteich und
betrachteten den Platz mit den Tafeln der
Paul-Lincke-Preisträger. Später besichtigten wir aber noch die
Stabkirche von außen und innen.

Plausch
unter alten Freunden
Meinhard
und Manfred starteten eine Expedition, um noch Astrid Groll (Ralf)
aufzuspüren, was aber ohne Erfolg blieb.
Ein “Sit-In” mit
Kuchen, Eiskaffee und Cappuccino beendete das Zusammensein. Man
machte sich auf den Heimweg oder startete einen angehängten
Kurzurlaub im Harz.
Alle
waren sich einig: Es war ein wunderbares Treffen voller Freude und
bester Harmonie. Es schreit förmlich nach baldiger Wiederholung. Hamburg,
den 2. Oktober 2006 Ekkehard
Gisevius |